Ich spare seit Jahren auf Wohneigentum und merke langsam, dass das Ziel mein ganzes Leben verschluckt. Ich sage Reisen ab, kaufe wenig, behalte Dinge, bis sie wirklich kaputt sind, gehe seltener essen, weil immer der Gedanke kommt: Das Geld könnte in die Eigenkapitalquote.
Früher hat mich das motiviert. Inzwischen steigen Preise und Zinsen so sehr, dass ich das Gefühl habe, das Ziel läuft schneller weg, als ich sparen kann. Freunde sagen, ich soll mein Leben genießen. Andere sagen, wenn ich jetzt nachlasse, werde ich ewig Miete zahlen.
Beides klingt plausibel. Ich ertappe mich inzwischen dabei, dass ich jeden schönen Plan innerlich in Quadratmeter umrechne. Wochenende weg? Das sind x Euro weniger Rücklage. Neues Fahrrad? Wieder einen Monat später.
Irgendwann habe ich mich gefragt, ob ich wirklich eine Wohnung will oder ob ich einfach so lange gehört habe, Eigentum sei Sicherheit und Erwachsensein, dass ich mich gar nicht mehr traue, anders zu denken. Gleichzeitig sehe ich die Mieten und bekomme sofort Angst, zu wenig vorzusorgen.
Ich habe manchmal das Gefühl, zwischen zwei möglichen Reueformen zu leben: später bereuen, nicht genug gespart zu haben, oder später merken, dass ich die besten Jahre nur auf einen Schlüssel gewartet habe.
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